Finale Entscheidung

Und schon meldet sich mein wieder mein Handy. „Mein Bett riecht noch nach dir“ und dahinter ein Smiley mit Herzchen in den Augen. Ich habe keine 12 Stunden zwischen mir und dem Debakel von Geburtstagsfeier hinter mich gebracht. Ich hab da von A bis Z nicht in das Szenario gepasst:

Es sind sieben Leute anwesend. Alle sitzen auf der Couch, der Rest auf Stühle, alle im Alter von 25 oder 26 Jahre, Hardcore-Gamer und Techno-Fans. Optisch entspricht jeder eher dem ersteren Stil. Gesprächsthema sind auch exakt nur die zwei Themen. Daneben wird aus der Kindheit oder zusammen erlebte Geschichten erzählt. Der Wahnsinn. Jeder ist amüsiert. Außer die einzige Person die da komplett aus der Gruppe heraus sticht. Die komische Blonde, ich, das Anhängsel von dem Gastgeber. Die passt sowohl optisch als auch charakterlich nicht im entferntesten dazu. Anderer Humor, komplett andere Interessen und definitiv kein Gamer oder Techno-Freund. Außerdem fünf Jahre und gefühlte zwanzig jünger als alle im Raum. Sie weiß zu 99% nicht mal wovon da eben geredet wird oder ob das nicht eventuell eine andere Sprache ist. Geschweige denn von den Vergangenheits-Geschichten bei denen sich jeder nostalgisch schlapp lacht.. Und sich beim Gespräch beteiligen kann sie sich auch nicht, die Arme ist heiser und bekommt absolut kein Wort heraus.

Nicht das es so schlimm wäre, dann konnte ich mir wenigstens das gefakte Interesse an Graphikkarten und Prozessoren sparen. Und neben der gähnende Langeweile und den dauernden Huster musste ich noch zusätzlich gegen das dauerhafte Berührungsbedürfnis von meinem Welpen ankämpfen. Das war, neben der echt peinlichen Situation in der mein Musikgeschmack zu Brei getreten wurde und ich nicht mehr tun konnte als rot an zu laufen, das Schlimmste.

Ich hasse dieses ganze öffentliche Geschmuse – Händchen halten, kein Ding. Im Kino die Hand, die auf meinem Knie liegt, kein Problem. Nebeneinander sitzen mit dem Arm um einen, geht auch noch gerade so. Aber kein Gestreichel wenn dich sechs Personen angaffen. Und wenn ich das Knie, das Bein, die Hand, den Arm weg ziehe oder mein Rücken, Hintern oder Oberschenkel aus deiner Reichweite bringe heißt das „LASS DAS“ verflucht nochmal. Resistent ist er auf alle Fälle.

Ich war von allem so angenervt. Dann, als alle endlich weg waren, kam der Welpe-Blick. Ich musste also noch bleiben, obwohl ich nur heim wollte. Keine Umarmungen, kein Geknutsche, keine rührselige romantische Löffelchen Stellung beim schlafen und, Gott bewahre, kein miteinander Liebe machen mehr. Ich wollte von niemanden mehr einen Ton hören und auch von niemanden angefasst werden. Und vor allem nicht von ihm. Mr. Unrasiert in Person. Ich muss jedes mal wenn er den Kopf auf meiner Schulter ablegt den Seufzer verkneifen, weil die Stoppeln mich durch meine Bluse attackieren. Oder der Anschlag auf meine Kopfhaut wenn er seinen Kopf auf meinen platziert oder wenn sein Gesicht meinem zu Nahe kommt. Und jedesmal muss ich meine Haare wieder aus seinem Bart entwirren die sich verfangen haben. Wie man so schön sagt, es sind die kleinen Dinge im Leben die einen verrückt werden lassen, oder? Und diese ständige Belagerung von Nachrichten. Alles in mir schreit momentan nur noch „LASS DAS“.

Er ist ein netter Mensch, aber wir sind schlichtweg nicht als Duo kompatibel. Ich bin weit entfernt von einem so großen Haufen ekliger Romantik und schlechtem Sex. Sind echt nicht so meine Themen. Und seine irritierenden Marotten kann ich wirklich nicht mehr länger ignorieren.

Also, wie ziehe ich mich da sanft aus der Affäre ohne dem total verliebten Welpen weh zu tun?

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