Freizeitspaß


Es geht bergab. Mit Loopings und Wendungen. Der Freizeitpark unausgesprochen bescheidener Attraktionen hat wieder die Pforten geöffnet. Herein spaziert, herein spaziert.

Zur linken Seite kann man erkennen wie es aussieht, wenn eine Firma unangekündigt vorzeitig schließt. Währenddessen sollte man es vermeiden auf der Toilette zu verweilen. Es könnte dunkel werden. Hätte Christina gestern Abend um halb zehn, eine halbe Stunde vor offizieller Betriebsschließung, berücksichtigen sollen. Oder eher hellsehen. Viel Spaß beim Spiel „Finde das Toilettenpapier im Dunkeln“ und dem Abendteuererlebnis Seife, Wasserhahn und Papierspender zu suchen.

Die rechte Reihe an Achterbahnen führt ein sehr verborter Chef, kontrolliert und infiziert durch die radikale und gesetzlose Chefin, seiner Frau. Diese hat aus Geldgier ein wichtiger Stützpfeiler des Unternehmens, das Mahnwesen und den Lastschrifteinzug, einfach gekündigt. Spart Geld. Kostet nur Know-How und Nerven. Was aber nicht ihr Problem ist. Das ist nun die neue zusätzliche Aufgabe der Studentin Christina. Weil sie sich das auch ganz bestimmt von heute auf morgen selbst beibringen kann. Mit ziemlicher Sicherheit bricht die Achterbahn Final-Destination-mäßig zusammen. Stützpfeiler sind eben wichtig.

Die anderen Achterbahnen sind dagegen sehr sicher, vertrauen Sie mir. Niemand will euch das Geld aus den Taschen ziehen und ganz sicher werden keine Mitglieder den Anwalts-Wölfen vorgeworfen wenn die Taschen einmal leerer waren als sonst. Das Programm ist sowieso natürlich äußerst seriös. Betrug und Hinterziehung ach wo, ignorieren Sie das marode verdächtige Mauerwerk. Und warum die Christina bei unserem Superspaß nicht mitmachen möchte, verstehen wir auch nicht.

Hinten befindet sich unser Kino mit Privataufnahmen. Live und in HD. Momentan läuft die Vorstellung „Christina am Arbeitsplatz“. Verzweiflung auf der Leinwand. Ein riesen Spaß. Interessiert? Dann immer rein in die gute Stube. Herrlich, Christina rauft sich zum tausendstens Mal die Haare. Panik, Unverständnis, Ohnmacht im Blick. Ein erneuter Versuch der gescheitert ist, das Unternehmen eventuell ein bisschen vom negativen Umgang mit Mitglieder weg zu führen und der rigorosen Geldgier und Verständnislosigkeit in Sachen Menschlichkeit entgegen zu wirken. Kopf rot, pochende Schläfen, Furchen auf der Stirn wie auf dem Acherbau. Atmung, zu schnell und zu laut. Der Blick schweift auf die Berge an Dokumente, die noch bearbeitet werden müssen. Dokumente, darunter Neuverträge, die jedem der anderen Mitarbeiter viel Zusatzgeld bringen. Christina sieht davon keinen Cent. Der einzige Neben- bzw. Zusatzverdienst der Verwaltung sind unbezahlte Überstunden, Kopfschmerzen und ein Magengeschwür. Schnitt.

Und als Tiefpunkt betrachten wir das ausgesprochen gruselige Karoussel „Denn sie wissen nicht, dass das nicht rechtens ist“. Wie bieten Plätze auf „Die WG-Wohnung ist rein juristisch gesehen überhaupt nicht vermietbar. Das haben gewerbliche Räume so an sich“ und Plätze auf „Ne, du kannst hier nicht ausziehen. Dann fehlt dem Unternehmen doch die Miete als Einahme!“. Direkt daneben befand sich mal eine Sitzmöglichkeit „Mein Arbeitsplatz hat doch überhaupt nichts mit der Wohnung zu tun. Kein Auszubildender kann mich verpflichten die Finanzen von dem Unternehmen mittels meiner Mietabgabe aufzubesser“. Dieser Sitz wurde irgendwie zur Reperatur gebracht, seit Jahren.

Und jetzt raus mit Euch aus dem Park. Wir bauen um. Es sind noch weitere Rollercoaster, Wildwasserrutschen und Survival-Todeszonen zum Bau in Planung. Auf ein Neues!

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