So ist das (L)eben.

Gleich drei Uhr nachts.

Seit 12 Stunden bin ich theoretisch arbeitslos und dementsprechend theoretisch bald keine Studentin mehr. Ohne duale Ausbildungstätte kein duales Studium. Die tollen Möglichkeiten zur Übernahme sind erst wieder nächstes Jahr zum nächsten Jahresstart zum 1. August da.

Seit 8 Stunden weiß ich von dem super Stellenmarkt, der praktisch nicht mehr existiert. Wie ich mich dabei fühle gleicht dem Chaos an Wohnung. Jedes Zimmer ist unterschiedlich mit Umzugskartons dekoriert. Halb ausgeräumt und halb vertreut an Orte, wo die Dinge überhaupt nicht hingehören.

Seit 3 Stunden habe ich mir eine leichte Besserung erhofft. Die Besserung habe ich von der Arbeit abgeholt und sie über die neue Situation aufgeklärt. Die Alternative wäre sonst nur eine nächstgelegene Bar oder eine 300km lange und überstürzte Tour Nachhause.

Seit 3 Stunden weiß ich, dass das ein dummer Fehler war. Die Besserung hat sich alles nüchtern angehört und liegt nun unbekümmert im Bett. Die weisere Entscheidung wäre die Bar um die Ecke gewesen.

Seit ein paar Minuten weiß ich, auf Menschen zu bauen bringt nur Probleme statt einer Besserung. Kein „wie gehts dir damit?“, keine das-wird-schon-Floskel oder ein halbherziges Getätschel auf der Schulter. Nur Stille und das Gefühl komplett alleine und einsam zu sein. So fährst du über die Autobahn hin zu deinem Zuhause, das dann plötzlich entfremdet wirkt. Du gehst ins gemeinsame Bett, was überhaupt keine Gemeinsamkeit mehr ausstrahlt. Und dann wartest du auf irgendetwas. Ein „wie gehts dir damit?“, eine das-wird-schon-Floskel oder ein halbherziges Getätschel auf der Schulter. Nichts. Du stehst auf und hoffst indirekt auf ein Missverständnis. Nach einer Weile kommt Besuch. Die Besserung steht an der Couch vor dir. Komm ins Bett, sagt die Besserung. Kein „wie gehts dir damit?“, keine das-wird-schon-Floskel oder ein halbherziges Getätschel auf der Schulter.

Er geht zurück ins Bett und du gehst deinen Weg. Raus aus der Wohnung, um die Ecke.

12 Kommentare zu „So ist das (L)eben.

    1. Veränderungen gehören zur Weiterentwicklung. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne. Wird schon werden..
      Die Klebezettel hängen zur Beruhigung meiner inneren Pessimistin überall in der Wohnung.
      Mit dem Spruch nun einer mehr. Dekorieren kann ich! 😁😎

      Gefällt 2 Personen

  1. Das ist ein starker Text. Die Frage ist jetzt unnötig, aber ich gehe davon aus, dass es dir jetzt damit besser geht.
    Ich bin auch momentan so in einem ähnlichen Zustand und daher kann gut nachvollziehen. Viel Kraft. 🙌

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    1. Eigentlich ist der Markt mittlerweile zwar furchtbar schlecht. Nur Restposten die keiner wirklich wollte, aber wie es aussieht sind die Restposten sehr an jemanden mit Vorerfahrung interessiert 🙃
      Die Lage wünsche ich dennoch niemanden, auch nicht dir. Wir packen das aber schon 😊

      Gefällt 1 Person

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